eBay Kleinanzeigen Betrug

Im Internet gibt es unterschiedliche Plattformen, die manche Personen für ihre Betrugsmaschen ausnutzen. Eine davon ist eBay Kleinanzeigen. Im folgenden Beitrag erfahren Sie, welche Handlungen strafbar sein können und welche Strafen diese mit sich bringen.

Inhalt

Was ist ein „eBay Kleinanzeigen Betrug“?

Beim sogenannten eBay Kleinanzeigen Betrug (kurz: eBay-Betrug) versucht das Opfer, auf der bekannten Verkaufsplattform eBay oder eBay Kleinanzeigen Waren zu erwerben. Die Ware wird bezahlt, aber nie geliefert. Aber auch der Verkäufer kann Opfer eines eBay-Betrugs werden. eBay ist dabei nicht die einzige Plattform, bei der Waren oder Dienstleistungen zum Verkauf angeboten werden und somit Raum für einen Betrug besteht. So lassen andere Plattformen wie beispielsweise Amazon oder Airbnb Spielraum für Betrugstaten.

Dabei handelt es sich um einen Unterfall des „normalen“ Betruges, der nach § 263 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar ist.

Wann ist ein „eBay Kleinanzeigen Betrug“ strafbar?

Ist der Täter Verkäufer, so kommt als klassisches Beispiel die sog. „Kauffalle“ in Betracht. Dabei lockt ein sehr seriös wirkendes Angebot zum Kaufen und Bezahlen. Allerdings versendet der Verkäufer die Ware niemals. Dieser reagiert dann meist auch nicht mehr auf Nachrichten und schickt das erhaltene Geld auch nicht wieder zurück. Gleichwohl existiert das angepriesene Kaufobjekt auch nicht.

Aber auch der Verkäufer kann betrogen werden. Der Käufer bestellt und bekommt die Ware, er zahlt hierfür aber nicht. Oftmals wurde die Bestellung unter falschen Namen aufgegeben, um die wahre Identität zu verschleiern. Diese Konstellation taucht meist auch bei allen anderen Internet- bzw. Online-Betrügereien auf; sei es bei Amazon, Airbnb, Zalando oder H&M.

Ähnlich verhält es sich mit dem sogenannten Online-Betrug. Auch hier liegt in der Regel ein normaler Betrug vor. Die einzige Besonderheit beim Internetbetrug ist, dass der Betrug unter Nutzung der Möglichkeiten des Internets erfolgt. Synonym wird auch der Begriff Internetbetrug verwendet. Ein klassisches Beispiel ist das Versenden von Zahlungsaufforderungen per E-Mail an vermeintliche Schuldner. Freilich können für einen Betrug auch andere Kommunikationsmittel wie zum Beispiel WhatsApp verwendet werden.

Vorsatz

Der Täter muss den Betrug vorsätzlich begangen haben. Er muss diesen also mit Wissen und Wollen des Straftatbestandes verwirklicht haben. Hierbei ist ausreichend, dass der Täter den Betrug billigend in Kauf genommen und zumindest für möglich gehalten hat (sog. Eventualvorsatz).

Versuch

Auch der Versuch ist gem. § 263 Abs. 2 StGB strafbar. Ein Versuch liegt bereits dann vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestands unmittelbar angesetzt hat (§ 22 StGB). Hierfür muss der Täter die Schwelle zum „Jetzt-geht’s-los“ überschritten haben und es muss unmittelbar eine Rechtsgutverletzung bevorstehen. Zudem muss der Täter mit dem Entschluss zur Tat, also vorsätzlich gehandelt haben.

Beispiele

Häufige Betrugsmaschen bei eBay Kleinanzeigen

Eine typische Betrugsmasche im Zusammenhang mit eBay Kleinanzeigen ist das sogenannte Vorkasse-Prinzip: Der Käufer wird dazu gebracht, den Kaufpreis vorab zu überweisen – meist durch ein besonders günstiges oder seltenes Angebot. Nach der Zahlung bricht der Kontakt ab, und die Ware wird nie geliefert. Solche Maschen wirken oft sehr professionell, etwa durch gefälschte Profile mit positiven Bewertungen oder real wirkende Fotos. Auch auf Verkäuferseite gibt es Maschen, bei denen vermeintliche Käufer gefälschte Zahlungsbelege vorlegen oder auf externe Zahlungsabwicklungen drängen, um so Zugriff auf persönliche Daten oder Konten zu erhalten.

eBay Kleinanzeigen Betrug als Internetbetrug

Beim Internetbetrug handelt es sich um eine Form des Betruges, bei dem moderne Kommunikationsmittel – insbesondere das Internet – genutzt werden, um andere Personen zu täuschen und sich dadurch einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Der eBay Kleinanzeigen Betrug fällt typischerweise unter diese Kategorie. Entscheidendes Merkmal ist nicht die Plattform selbst, sondern der Einsatz digitaler Medien zur Täuschung. Neben Verkaufsportalen betrifft dies auch E-Mail-Betrug, Phishing oder Fake-Shops. Die strafrechtliche Relevanz ergibt sich dabei aus denselben Voraussetzungen wie beim klassischen Betrug, erweitert um die Besonderheiten der digitalen Kommunikation.

Täuschung durch falsche Angaben

Ein zentrales Element jedes Betrugs – auch beim eBay Kleinanzeigen Betrug – ist die Täuschung durch falsche Angaben. Der Täter macht bewusst unzutreffende oder erfundene Angaben, zum Beispiel über den Zustand, die Existenz oder die Versandbereitschaft der Ware. Ebenso kann die Angabe eines falschen Namens oder einer fiktiven Adresse dazugehören. Diese unwahren Behauptungen sind entscheidend dafür, dass das Opfer den Kauf tätigt und sein Geld überweist – in der Annahme, ein echtes Angebot vor sich zu haben. Strafrechtlich genügt es, wenn die Angaben geeignet sind, beim Gegenüber einen Irrtum hervorzurufen.

Strafe

Besteht ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts eines Betruges ist dringend ein Rechtsbeistand zu kontaktieren. Es droht hier nicht nur die Zahlung der erhaltenen Ware bzw. die Rückgabe der erhaltenen Leistung, sondern auch ein Strafverfahren mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe.

Handelt der Täter dann noch gewerbsmäßig, also begeht er die Tat wiederholend und schafft sich so eine Einnahmequelle von gewisser Dauer und einigem Umfang, so droht nach § 263 Abs. 3 S. 2 Nr. 1 StGB eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren ohne Chance auf eine Geldstrafe.

Häufige Fragen

Was hat es mit der Masche des „Dreiecksbetruges“ in Verbindung mit dem eBay-Kleinanzeigen Betrug auf sich?

Bei dieser Betrugsmasche zeigt der Täter Kaufinteresse an einem Gegenstand eines Verkäufers und fordert von ihm daher die PayPal-Daten. Nachdem der Täter diese erhalten hat, bietet er nun selbst den Gegenstand an. Daraufhin bezahlt ein unwissentlicher Käufer den Preis an den echten Verkäufer, der Gegenstand wird allerdings an den Täter versendet.

Dabei ist der Verkäufer der Hauptgeschädigte, da er um seinen Gegenstand und den Verkaufsbetrag betrogen wird. Dem unwissentlichen Käufer steht hingegen die Möglichkeit zu, das Geld über den PayPal-Käuferschutz zurückzufordern.

Was ist der Nachnahme-Trick?

Bei einem „Betrug per Nachnahmesendung“ verlangt der Täter, dass die Ware per Nachnahme verschickt werden soll. Das bedeutet, dass der Käufer direkt beim Postboten die Ware bezahlt. Der Knackpunkt besteht darin, dass nur wenige vor Bezahlung beim Postboten in das Paket hineinschauen. Die Pakete werden meist mit kleinen Steinen oder Ähnlichem gefüllt.

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