Ausspähen von Daten – § 202a StGB

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Inhalt

Was ist das „Ausspähen von Daten“?

Das sogenannte Datenstrafrecht umfasst die §§ 202a StGB bis 202d StGB, namentlich das „Ausspähen von Daten“ nach § 202a StGB, das „Abfangen von Daten“ nach § 202b StGB, sowie die „Datenhehlerei“ nach § 202d StGB. Häufig liest man von Trojanern, Hacking, Phishing-Mails oder allgemein von einem „Datendiebstahl“ bzw. „Datenklau“.

Es verwundert daher nicht, dass die jährlichen Fallzahlen von Delikten im Datenstrafrecht mittlerweile im fünfstelligen Bereich angelangt sind.

Das Ausspähen von Daten ist in § 202a StGB geregelt.

Ausspähen von Daten: § 202a StGB 

Wer unbefugt sich oder einem anderen Zugang zu Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, unter Überwindung der Zugangssicherung verschafft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Welche Daten sind geschützt?

Grundnorm des Datenstrafrechts ist § 202a StGB mit der amtlichen Überschrift „Ausspähen von Daten“. Der zweite Absatz dieser Vorschrift liefert auch gleich die Legaldefinition davon, was Daten überhaupt sind.

Daten im Sinne des Absatzes 1 sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.

Umfasst sind also nur solche Daten, die selbst nicht unmittelbar wahrnehmbar sind. Unter den Datenbegriff des § 202a Abs. 2 StGB fallen somit nur solche Daten, zu deren Wahrnehmbarkeit es weiterer technischer Mittel wie etwa eines Bildschirms bedarf. 

Das ist regelmäßig bei Daten auf Speichermedien der Fall:

  •  USB-Stick
  • CDs
  • DVDs
  • interne wie externe Festplatten
  • Handys und Smartphones
  • Zugriff auf Cloud-Speicher
 

Wann ist das Ausspähen von Daten strafbar?

Die Vorschrift schützt die Verfügungsbefugnis über Daten. Der § 202a StGB ist daher nur dann einschlägig, wenn die Daten nicht für den Täter bestimmt und gegen einen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind. Zudem muss sich der Täter die Daten durch Überwindung der Zugangssperre verschaffen. Durch die besondere Zugangssicherung muss das Geheimhaltungsinteresse des Verfügungsberechtigten durch geeignete Schutzmaßnahmen unmissverständlich zum Ausdruck gebracht werden.
 

Eine besondere Zugangssperre erfolgt bspw. durch: 

  • Passwörter
  • Sicherung durch Fingerabdruck oder Face-ID
  • Firewall
  • Verschlüsselungen
  • Hardware-Sicherungen
 
Eine besondere Zugangssicherung kann ebenso im Verschließen eines Raumes, Schrankes oder Behälters liegen.
 
Tathandlung ist das Sich-Verschaffen von Daten. Ein Sich-Verschaffen kann entweder darin liegen, dass von den Daten Kenntnis genommen wird, oder diese – auch ohne Kenntnisnahme des Inhaltes – kopiert werden.
 
Typische Tathandlungen sind:
 
  • „Datendiebstahl“/ „Datenklau“
  • Raubkopien
  • Hacking
  • Ausspähen von Passwörtern
     

Strafe und Verjährung

Die Tat wird mit Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet. Der Versuch ist nicht strafbar.
 
Die Tat verjährt nach drei Jahren.
 
Nach § 205 StGB handelt es sich beim „Ausspähen von Daten“ um ein relatives Antragsdelikt. Dies bedeutet, dass die Strafverfolgung nur auf einen Strafantrag des Verletzten erfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

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Tommy Kujus
Tommy Kujus

Rechtsanwalt Tommy Kujus ist Fachanwalt für Strafrecht und Inhaber der bundesweit tätigen Kanzlei KUJUS Strafverteidigung in Leipzig

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