Besonders schwere Brandstiftung

Inhalt

(1) Wer durch eine Brandstiftung nach § 306 oder § 306a eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.

(2) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter in den Fällen des § 306a
1. einen anderen Menschen durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt,
2. in der Absicht handelt, eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken oder
3. das Löschen des Brandes verhindert oder erschwert.

Was ist „besonders schwere Brandstiftung“?

Eine besonders schwere Brandstiftung nach § 306b StGB kann ebenfalls auf zwei verschiedene Arten verwirklicht werden. Dabei wird immer an den Grundtatbestand des § 306 StGB oder des § 306a StGB angeknüpft.

Wann ist „besonders schwere Brandstiftung“ strafbar?

Nach dem Absatz 1 dieses Gesetzes muss zunächst eine Brandstiftung im Sinne des § 306 StGB oder § 306a StGB vorliegen. Darüber hinaus muss der Täter eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Anzahl von Menschen (BGH: mindestens 14 Personen) herbeigeführt haben.

Unter einer Gesundheitsschädigung versteht man eine nicht unerhebliche Verletzung des körperlichen oder seelischen Wohlbefindens des Opfers. Sie ist dann „schwer“, wenn es deutlich über das normale Maß hinaus geht. Dazu können eine Rauchgasvergiftung, längere Krankenhausaufenthalte oder auch längere Arbeitsausfälle zählen.

Brandstiftung

Nach § 306b Abs. 2 StGB liegt auch eine besonders schwere Brandstiftung vor, wenn der Täter zunächst eine Brandstiftung nach § 306a StGB verwirklicht und dadurch einen anderen Menschen in die Gefahr des Todes bringt (Nr. 1), in der Absicht handelt, eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken (Nr. 2) oder das Löschen des Brandes verhindert oder erschwert (Nr. 3).

Vorsatz

Der Täter muss auch diese Brandstiftung vorsätzlich begangen, also billigend in Kauf genommen und zumindest für möglich gehalten haben (sog. Eventualvorsatz).

Eine Strafbarkeit entfällt jedoch, wenn der Täter bei dieser Tat nur fahrlässig handelt, also die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt, da das Gesetz eine solche Handlung nicht unter Strafe stellt.

Versuch

Der Versuch der besonders schweren Brandstiftung ist nach §§ 306b, 23 Abs. 1, 12 Abs. 1 StGB strafbar.

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Strafe

Liegt eine besonders schwere Brandstiftung nach § 306 b Abs. 1 StGB vor, so wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren (bis zu fünfzehn Jahren) bestraft. Liegt hingegen eine besonders schwere Brandstiftung nach § 306 b Abs. 2 StGB vor, so ist die Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren (bis zu fünfzehn Jahren) zu erkennen.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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Inhalt

(1) Wer durch eine Brandstiftung nach § 306 oder § 306a eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft.

(2) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter in den Fällen des § 306a
1. einen anderen Menschen durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt,
2. in der Absicht handelt, eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken oder
3. das Löschen des Brandes verhindert oder erschwert.

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