Betrug beim Autokauf

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Was ist „Betrug beim Autokauf“?

Tacho manipuliert, Mängel verschwiegen oder Nicht-Kennzeichnung eines Unfallwagens – all das sind Betrugsmaschen beim Autokauf, auch KFZ-Betrug genannt. Dabei handelt es sich um eine Unterform des „normalen“ Betrugs gem. § 263 StGB.

„Betrug“: § 263 StGB

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Wie kann ein „Betrug beim Autokauf“ aussehen?

Es gibt unterschiedliche Betrugsmaschen beim Autokauf: In manchen Fällen werden die gekauften Fahrzeuge oder Teile dieser als Hehlerware identifiziert. Typisch ist zudem der „Vorkasse-Trick“, bei dem ein verlockendes Verkaufsangebot online sofort bezahlt wird, woraufhin der vermeintliche Verkäufer jeglichen Kontakt abbricht.
 
Aber auch beim Ankauf von Autos haben sich viele Betrugsmaschen etabliert. Besonders beliebt ist die „Schadensersatz-Masche“. Dabei behauptet der Kaufinteressent bei der Fahrzeugbesichtigung das Vorliegen weiterer Mängel, die der Verkäufer verschwiegen hätte. Sodann erhält der Verkäufer eine Schadensersatzforderung für Anreise und Zeitaufwand des Käufers.
Betrug beim Autokauf

Vorsatz/Versuch 

Der Täter muss den Betrug beim Autokauf vorsätzlich begangen haben. Er muss diesen also mit Wissen und Wollen des Straftatbestandes verwirklicht haben. Hierbei ist ausreichend, dass der Täter den Betrug billigend in Kauf genommen und zumindest für möglich gehalten hat (sog. Eventualvorsatz). 

Auch der Versuch ist gem. § 263 Abs. 2 StGB strafbar. Ein Versuch liegt bereits dann vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestands unmittelbar angesetzt hat (§ 22 StGB). Hierfür muss der Täter die Schwelle zum „Jetzt-geht’s-los“ überschritten haben und es muss unmittelbar eine Rechtsgutverletzung bevorstehen. Zudem muss der Täter mit dem Entschluss zur Tat, also vorsätzlich gehandelt haben. 

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Tommy Kujus
Tommy Kujus

Rechtsanwalt Tommy Kujus ist Fachanwalt für Strafrecht und Inhaber der bundesweit tätigen Kanzlei KUJUS Strafverteidigung in Leipzig