Raub

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Was ist ein „Raub“?

Das Entreißen einer Handtasche auf der Straße, das Ausrauben eines Geldtransporters, der Überfall einer Bank oder eines Juweliers? Der Raub, der sich insbesondere durch seine erhöhte kriminelle Energie und Gewalt auszeichnet, kann durch viele verschiedene Handlungsweisen ausgeübt werden. Er liegt vor, wenn der Täter vorsätzlich eine fremde bewegliche Sache mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben wegnimmt. Dabei muss dieser die Absicht haben, diese Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen. Diese Kombination aus Diebstahl242 StGB) und Nötigung240 StGB) steht gem. § 249 StGB unter Strafe.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Kriterien für einen Raub gem. § 249 StGB und auch für einen schweren Raub gem. § 250 StGB sind und wie sich diese von beispielsweise einer räuberischen Erpressung abgrenzen.

„Raub“: § 249 StGB

(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.
 
(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Wann ist ein „Raub“ strafbar?

Der Straftatbestand des Raubes schützt das Eigentum und die persönliche Freiheit des Opfers. Der Grundtatbestand richtet sich nach § 249 Abs. 1 StGB. Darauf aufbauend kann der Täter die Qualifikationen nach § 250 Abs. 1 und Abs. 2 StGB verwirklichen oder den Erfolg des Todes nach § 251 StGB herbeiführen. Diese können jeweils zu einem höheren Strafmaß führen.

Um sich nach dem „einfachen“ Raub gem. § 249 Abs. 1 StGB strafbar zu machen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein.

Tatobjekt: Fremde bewegliche Sache

Der Raub kann nur an fremden beweglichen Sachen verübt werden. Unter einer Sache versteht das Gesetz jeden körperlichen Gegenstand, wie beispielsweise ein Auto oder Kleidung. Nach § 90a BGB werden Tiere gesetzlich wie Sachen behandelt, sodass die Wegnahme eines Tieres ebenfalls den Straftatbestand des Raubes erfüllen kann. Unabhängig hiervon ist der wirtschaftliche Wert der Sache. Es spielt also keine Rolle, ob es sich um eine wertvolle oder wertlose Sache handelt.

Zudem muss die Sache beweglich sein. Das heißt sie muss tatsächlich (von einem zum anderen Ort) fortgeschafft werden können. Folglich können beispielsweise Hauswände oder Mauern nicht Gegenstand eines Raubes sein.

Letztendlich muss die Sache auch fremd sein. Das ist sie, wenn sie nicht im Alleineigentum des Täters steht und nicht herrenlos ist. Der Täter ist nicht Alleineigentümer, wenn er weder Eigentümer noch Besitzer der Sache ist. Eigentümer ist er, wenn er die rechtliche Sachherrschaft hat und folglich das umfassende Recht, mit der Sache nach seinem Belieben zu verfahren (§ 903 BGB). Besitzer ist er hingegen, wenn er die tatsächliche Gewalt über die Sache hat.

Die Sache darf auch nicht herrenlos sein. Herrenlos ist sie, wenn sie von Natur aus keinen Eigentümer hat. Dazu zählen unter anderem wilde (in Freiheit lebenden) Tiere, freie Luft oder fließendes Wasser. Verlorene oder vergessene Sachen sind jedoch nicht herrenlos, da sie trotz dieser Umstände im Eigentum eines anderen stehen.

Tathandlung: Wegnahme

Der Täter muss die fremde bewegliche Sache dem Opfer weggenommen haben. Unter Wegnahme versteht man den Bruch fremden und die Begründung neuen, nicht notwendig tätereigenen Gewahrsams. Der Täter muss also allein und gegen bzw. ohne den Willen des Opfers die tatsächliche Herrschaft an der Sache begründet haben. Er muss die Sache also in Besitz nehmen. Eine Wegnahme entfällt insbesondere bei einem Einverständnis des Gewahrsamsinhabers, welcher in der Regel der Eigentümer der Sache ist.

Raub

Problematisch kann die Art und Weise des Gewahrsamswechsels sein. Dabei ist umstritten, ob der Wechsel durch einen äußeren Akt des Nehmens erfolgen muss oder ob es ausreicht, dass der Genötigte aus seiner Sicht den Verlust des Gewahrsams nicht verhindern kann, egal ob er oder der Täter den Akt vollzieht. Hierunter fallen also die Fälle, bei dem das Opfer selbst die Sache dem Täter übergibt („Geben“) oder der Täter sich die Sache selbst nimmt („Nehmen“).

Nach der überwiegend vertretenen Ansicht liegt eine Wegnahme vor, wenn der Täter nach dem äußeren Erscheinungsbild den Gewahrsam selbst vollzieht, also die Sache wegnimmt. Lässt sich der Täter die Sache jedoch vom Opfer geben, so liegt keine Wegnahme und folglich auch kein Raub vor. Allerdings kommt dann eine räuberische Erpressung nach §§ 253, 255 StGB in Betracht.

Nötigungsmittel: Gewalt oder Drohung

Die Wegnahme der fremden beweglichen Sache muss mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben erfolgt sein. Unter Gewalt versteht man jede physische Einwirkung auf den Körper des Opfers (sog. Genötigter), sodass die Willensbildung des Opfers ganz ausgeschlossen wird oder sich das Opfer dem Willen des Täters unterwirft. Dabei muss sich die Einwirkung auf den Körper des Opfers, zum Beispiel durch Tritte bzw. Schläge, Betäubung oder Fesselungen auswirken. Diese Gewalteinwirkung muss jedoch nicht unerheblich sein.

Es reicht aus, wenn mehr physische Energie eingesetzt wird als eigentlich erforderlich ist. Psychisch vermittelter Zwang reicht hingegen nicht aus. Mittelbare Einwirkungen, wie das Wegreißen einer Handtasche, sind ebenfalls möglich, solange sich die Krafteinwirkung auf das Opfer niederschlägt. Erfolgt die Wegnahme jedoch nur aufgrund von List, Tücke, Schnelligkeit oder durch das Ausnutzen eines Überraschungsmoments, so fehlt die geforderte Personengewalt.

Die Gewalt muss sich gegen eine Person richten. Das kann jeder beliebige Mensch sein, dessen erwarteter Widerstand gebrochen werden soll. Das Gewaltopfer (Dritter) muss jedoch nicht identisch mit dem Raubopfer (Genötigter) sein. Es kann auch ein Dritter vor den Augen des Raubopfers gequält werden, damit der Willen des Raubopfers gebrochen wird. Eine Nähebeziehung, wie ein Verwandtschafts-, Freundschafts- oder Arbeitsverhältnis zwischen Raub- und Gewaltopfer muss dabei nicht bestehen.

Die Wegnahme kann jedoch auch unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben erfolgen. Unter einer Drohung versteht man das Inaussichtstellen eines künftigen Übels, auf das der Drohende (Täter) Einfluss zu haben vorgibt. Eine Gefahr für Leib oder Leben ist zumindest jede nicht unerhebliche Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens des Opfers. Sie ist dabei gegenwärtig, wenn sie unmittelbar bevorsteht, gerade stattfindet oder noch andauert. Auch eine Dauergefahr, also ein andauernder Zustand, der jederzeit in eine Verletzung umschlagen kann, ist hierbei mit umfasst.

Bei der Drohung handelt es sich also um den Zwang durch psychische Einwirkungen, wie das Vorhalten einer Waffe. Erforderlich ist dabei, dass der Täter bei dem Opfer die Furcht vor dem bevorstehenden Übel erzeugt, wenn es nicht die vom Täter gewollte Handlung durchführt. Die Drohung kann dabei ausdrücklich durch schlüssige Handlungen oder in versteckter Form erfolgen. Das bloße Ausnutzen von Angst ist nicht ausreichend.

Vorausgesetzt wird immer, dass der Eintritt des Übels vom Willen des Täters abhängig erscheint. Ob der Täter die Verwirklichung tatsächlich realisieren will oder es überhaupt ernst meint, ist irrelevant. Ausreichend ist, dass das Opfer glaubt, dass der Täter zur Umsetzung des Übels bereit ist. Auch die Drohung muss nicht unbedingt gegen den Genötigten selbst erfolgen. Sie kann auch gegen einen Dritten (Bedrohten) gerichtet sein. Eine Nähebeziehung zwischen dem Genötigten und dem Bedrohten wird insoweit gefordert, dass der Genötigte sich für das Schicksal des Bedrohten verantwortlich fühlen muss. Das Verhältnis eines Bankangestellten zu seinem Kunden ist hierfür beispielsweise schon ausreichend.

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Finalzusammenhang

Zusätzlich ist ein sogenannter Finalzusammenhang zwischen der Wegnahme und dem Nötigungsmittel (Gewalt oder Drohung) erforderlich. Dabei muss der Einsatz des Nötigungsmittels gerade zur Ermöglichung der Wegnahme erfolgt sein. Der Täter muss also die Gewalt oder Drohung anwenden, um die Sache wegnehmen zu können. Zudem muss ein zeitlich-räumlicher Zusammenhang bestehen.

Nutzt der Täter die zuvor geschaffene Gewaltwirkung für die Wegnahme nur aus oder ist die Nötigungshandlung (Gewalt oder Drohung) nur eine Begleiterscheinung der Wegnahme, so liegt kein Finalzusammenhang vor.

Umstritten sind die Fälle des sogenannten „Raubes durch Unterlassen“. Hierbei verübt der Täter Gewalt gegen das Opfer, meist in Form des Fesselns oder Einsperrens, jedoch nicht aus Gründen der anschließenden Wegnahme. Erst nach der Gewaltausübung fasst der Täter den Entschluss eine Sache dem Opfer wegzunehmen. Hierfür beendet er die Gewaltausübung nicht und sondern hält die Situation aufrecht, um so eine Sache wegnehmen zu können. Dieses Unterlassen der Gewaltbeendigung ist nach überwiegend herrschender Meinung ebenfalls strafbar, weil durch das Aufrechterhalten eines solchen rechtswidrigen Zustandes die Gewaltanwendung fortwirkt.

„Schwerer Raub“: § 250 StGB

 

(1) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn

  1. der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
    a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
    b) sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
    c) eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt oder
  2. der Täter den Raub als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begeht.

(2) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub

  1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet,
  2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 eine Waffe bei sich führt oder
  3. eine andere Person
    a) bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
    b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.

(3) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Schwerer Raub: Qualifikation nach § 250 StGB

Der schwere Raub nach § 250 StGB enthält zwei voneinander zu unterscheidenden Qualifikationen. Dabei ist zunächst immer die Voraussetzung der Verwirklichung des Grundtatbestands nach § 249 Abs. 1 StGB.

Die Freiheitsstrafe des Täters erhöht sich auf die Mindeststrafe von drei Jahren, wenn neben des Grundtatbestands des „einfachen“ Raubes nach § 249 Abs. 1 StGB besondere Umstände des § 250 Abs. 1 StGB hinzutreten. Solche besonderen Umstände sind, insbesondere das Beisichführen einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs, die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung für das Opfer oder die Verwirklichung des Raubes als eine Bande, mithin ein Zusammenschluss von mindestens drei Personen und damit Qualifikationen für einen schweren Raub.

Raub

Daneben erhöht sich die Freiheitsstrafe auf mindestens fünf Jahre, wenn ein besonderer Umstand des § 250 Abs. 2 StGB vorliegt. Aufgrund der nochmal höheren Strafandrohung wird dieser Tatbestand auch als „besonders schwerer Raub“ bezeichnet. Hiernach sind die Verwendung einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs, ein Bandenraub mit Waffen oder eine schwere Misshandlung bzw. Lebensgefährdung des Opfers einschlägige Umstände.

Gleichwohl welche Qualifikation der Täter verwirklicht, muss er hinsichtlich seiner verwirklichten Umstände vorsätzlich gehandelt, also sie zumindest billigend in Kauf genommen haben.

„Raub mit Todesfolge“: § 251 StGB

Verursacht der Täter durch den Raub (§§ 249 und 250) wenigstens leichtfertig den Tod eines anderen Menschen, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.

Qualifikation nach § 251 StGB

Eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren kann der Täter gem. § 251 StGB erwarten, wenn er durch einen Raub nach § 249 StGB oder nach § 250 StGB den Tod des Opfers verursacht. Dabei muss der Täter den Tod wenigstens leichtfertig herbeigeführt haben. Das hat er, wenn er in besonderem Maße aus Leichtsinn oder Gleichgültigkeit, die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen hat, wobei sich der Eintritt der Folge ihm geradezu hätte aufdrängen müssen.

Vorsatz

Der Täter muss den Raub vorsätzlich begangen haben. Er muss diesen also mit Wissen und Wollen des Straftatbestandes verwirklicht haben. Hierbei ist ausreichend, dass der Täter den Raub billigend in Kauf genommen und zumindest für möglich gehalten hat (sog. Eventualvorsatz). Handelt der Täter jedoch nur fahrlässig, also lässt er „nur“ die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht, so liegt kein Raub vor, da das Gesetz eine solche Tat nicht unter Strafe stellt. Wie bereits oben dargestellt muss der Täter hinsichtlich einer Qualifikation nach § 250 StGB vorsätzlich und bezüglich der Herbeiführung des Todes nach § 251 StGB wenigstens leichtfertig gehandelt haben.

Zudem muss der Täter mit sogenannter Zueignungsabsicht gehandelt haben. Er muss also in der Absicht gehandelt haben, sich oder einem Dritten die Sache rechtswidrig zuzueignen. Dabei muss der Täter absichtlich sich oder einem Dritten die Herrschaft über die Sache verschafft (sog. Aneignung) und die dauerhafte Enteignung des eigentlichen Eigentümers zumindest billigend in Kauf genommen haben. Zudem muss die Zueignung rechtswidrig erfolgen. Das ist sie, wenn der Täter keinen fälligen Anspruch auf die Sache hat. Problematisch ist es, wenn der Täter nur denkt, dass er einen Anspruch auf die Sache hat.

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Versuch

Auch der Versuch eines Raubes steht gem. §§ 249 Abs. 1, 23 Abs. 1, 12 Abs. 1 StGB unter Strafe. Ein Versuch liegt bereits dann vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar angesetzt hat (§ 22 StGB). Hierfür muss der Täter die Schwelle zum „Jetzt-geht’s-los“ überschritten haben und es muss unmittelbar eine Rechtsgutverletzung bevorstehen. Der Täter muss also mit der Nötigungshandlung begonnen haben. Zudem muss der Täter mit dem Entschluss zur Tat, also vorsätzlich, gehandelt haben.

Antrag

Bei dem Raub handelt es sich um ein sog. Offizialdelikt. Das bedeutet, dass eine solche Straftat durch die Strafverfolgungsbehörde (Staatsanwaltschaft) bei Kenntniserlangung von Amts wegen verfolgt wird. Ein Antrag durch den Geschädigten oder dessen gesetzlichen Vertreter ist daher nicht erforderlich.

Strafe

Der „einfache“ Raub gem. § 249 Abs. 1 StGB wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft. Eine Strafmilderung erfolgt hingegen bei minder schweren Fällen nach § 249 Abs. 2 StGB. Hiernach kann die Freiheitsstrafe sechs Monate bis zu fünf Jahren betragen.

Eine Strafschärfung erfolgt in § 250 und § 251 StGB. Hiernach wird der schwere Raub gem. § 250 Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren und der besonders schwere Raub nach § 250 Abs. 2 StGB mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In minder schweren Fällen des § 250 Abs. 1 und 2 StGB kann nach § 250 Abs. 3 StGB die Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren betragen.

Bei einem Raub mit Todesfolge nach § 251 droht eine lebenslange Freiheitsstrafe oder eine Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.

Beachten Sie, dass bei einer Verurteilung nach § 250 Abs. 1 oder Abs. 2 StGB bzw. § 251 StGB eine Bewährungsstrafe aufgrund der hohen Strafandrohungen nicht möglich ist.

Abgrenzung: Raub – Räuberische Erpressung 

Zuweilen kann die Abgrenzung eines Raubes gem. § 249 StGB von einer räuberischen Erpressung gem. §§ 253, 255 StGB schwierig sein. Die Unterscheidung ist insbesondere im Hinblick auf den Strafrahmen und mögliche Qualifikationstatbestände entscheidend. Zur Abgrenzung dient die Tathandlung des Täters.  

Es wird danach gefragt, auf welche Art und Weise die Sache dem Opfer gestohlen bzw. entwendet wurde. Nach der überwiegend vertretenen Ansicht muss nach dem äußeren Erscheinungsbild der Tat differenziert werden. Eine Wegnahme und demnach ein Raub liegt dann vor, wenn der Täter selbst die Sache dem Opfer wegnimmt. Gibt das Opfer jedoch die Sache dem Täter, so liegt keine Wegnahme, sondern ein Nötigungserfolg im Sinne einer Handlung, Duldung oder Unterlassung vor und damit eine räuberische Erpressung. 

Bedroht also beispielsweise der Täter das Opfer mit einer Waffe und zwingt ihn zur Herausgabe seiner Brieftasche, so liegt eine räuberische Erpressung vor. Gibt hingegen das Opfer die Brieftasche dem Täter, so liegt ein Raub vor. 

Abgrenzung: Raub – Räuberischer Diebstahl

Manchmal ist die Abgrenzung eines Raubes gem. § 249 StGB von einem räuberischen Diebstahl gem. § 252 StGB schwierig. Dabei wird auf die Tathandlung des Täters abgestellt. 

Bei einem Raub wird die Wegnahme der Sache durch den Täter mit Hilfe von Gewalt oder Drohung verübt. Bei einem räuberischen Diebstahl wird hingegen die Sache zunächst ohne Gewalt oder Drohung weggenommen. Erst wenn der Täter bei der Wegnahme auf frischer Tat ertappt wurde und er dann Gewalt oder Drohung anwendet, um die Beute behalten zu können, liegt ein räuberischer Diebstahl vor. Entscheidend ist demnach die zeitliche Abfolge der einzelnen Handlungsschritte. Die Gewalteinwirkung bzw. Drohung darf also nicht für die Wegnahme, wie bei einem Raub erfolgen, sondern nur damit der Täter im Besitz der Beute bleibt. 

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Tommy Kujus
Tommy Kujus

Rechtsanwalt Tommy Kujus ist Fachanwalt für Strafrecht und Inhaber der bundesweit tätigen Kanzlei KUJUS Strafverteidigung in Leipzig