Schwerer Hausfriedensbruch

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Wenn sich eine Menschenmenge öffentlich zusammenrottet und in der Absicht, Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen mit vereinten Kräften zu begehen, in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, so wird jeder, welcher an diesen Handlungen teilnimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Was ist ein „schwerer Hausfriedensbruch“?

Der schwere Hausfriedensbruch gem. § 124 StGB ist eine Qualifikation zum einfachen Hausfriedensbruch. Der erhöhte Strafrahmen ergibt sich daraus, dass zum einfachen Hausfriedensbruch noch weitere Tatbestandsmerkmale erfüllt sein müssen.

Der schwere Hausfriedensbruch erfordert eine Menschenmenge, die sich öffentlich zusammenrottet, und in eine Wohnung, einen Geschäftsraum oder ein befriedigendes Besitztum eindringt, um Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen auszuüben.

Wie viele Personen notwendig sind, um eine Menschenmenge zu bilden, ist nicht abschließend geklärt. Nach Ansicht der aktuellen Rechtsprechung müssten mindestens 20 Personen zusammenkommen.

Ein Zusammenrotten ist gegeben, wenn die Personen der Menschenmenge einen gemeinsamen und den Frieden stören den Willen gebildet haben oder bilden.

Weitere Voraussetzung ist, dass Personen aus der zusammengerotteten Menschenmenge widerrechtlich in einen geschützten Bereich eingedrungen sind, um Gewalt gegen Sachen oder andere Personen auszuüben.

Für eine Strafbarkeit ist aber bereits die bloße Teilnahme ausreichend. Nicht erforderlich ist, dass das Eindringen selbst verwirklicht worden ist.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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Wenn sich eine Menschenmenge öffentlich zusammenrottet und in der Absicht, Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen mit vereinten Kräften zu begehen, in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, so wird jeder, welcher an diesen Handlungen teilnimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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