Schwerer Raub

Inhalt

(1) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn
1. der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
b) sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
c) eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt oder
2. der Täter den Raub als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begeht.

(2) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet,
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 eine Waffe bei sich führt oder
3. eine andere Person
a) bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.

(3) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Was ist „schwerer Raub“? 

Der schwere Raub nach § 250 StGB enthält zwei voneinander zu unterscheidenden Qualifikationen. Dabei ist zunächst immer die Voraussetzung der Verwirklichung des Grundtatbestands „Raub“ nach § 249 Abs. 1 StGB.

Die Freiheitsstrafe des Täters erhöht sich auf die Mindeststrafe von drei Jahren, wenn neben des Grundtatbestands des „einfachen“ Raubes nach § 249 Abs. 1 StGB besondere Umstände des § 250 Abs. 1 StGB hinzutreten. Solche besonderen Umstände sind, insbesondere das Beisichführen einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs, die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung für das Opfer oder die Verwirklichung des Raubes als eine Bande, mithin ein Zusammenschluss von mindestens drei Personen und damit Qualifikationen für einen schweren Raub.

Raub

Daneben erhöht sich die Freiheitsstrafe auf mindestens fünf Jahre, wenn ein besonderer Umstand des § 250 Abs. 2 StGB vorliegt. Aufgrund der nochmal höheren Strafandrohung wird dieser Tatbestand auch als „besonders schwerer Raub“ bezeichnet. Hiernach sind die Verwendung einer Waffe oder eines gefährlichen Werkzeugs, ein Bandenraub mit Waffen oder eine schwere Misshandlung bzw. Lebensgefährdung des Opfers einschlägige Umstände.

Gleichwohl welche Qualifikation der Täter verwirklicht, muss er hinsichtlich seiner verwirklichten Umstände vorsätzlich gehandelt, also sie zumindest billigend in Kauf genommen haben.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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(1) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn
1. der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
a) eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt,
b) sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden,
c) eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt oder
2. der Täter den Raub als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Raub oder Diebstahl verbunden hat, unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begeht.

(2) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter oder ein anderer Beteiligter am Raub
1. bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet,
2. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 2 eine Waffe bei sich führt oder
3. eine andere Person
a) bei der Tat körperlich schwer mißhandelt oder
b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt.

(3) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

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