Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung

Inhalt

(1) Wer als Amtsträger, der zur Mitwirkung an einem Strafverfahren oder an einem Verfahren zur Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung oder einer behördlichen Verwahrung berufen ist, unter Mißbrauch der durch das Verfahren begründeten Abhängigkeit sexuelle Handlungen an demjenigen, gegen den sich das Verfahren richtet, vornimmt oder an sich von dem anderen vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Was ist der „sexuelle Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung“?

Während sich § 174a StGB auf Gefangene und behördlich Verwahrte bezieht, setzt § 174b StGB im Vorfeld eines Freiheitsentzuges an. Personen, denen ein Freiheitsentzug droht, sind demnach besonders schutzbedürftig.

Wann ist der „sexuelle Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung“ strafbar?

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um sich nach § 174b StGB strafbar zu machen.

Sexuelle Handlung

Die Vorschrift verlangt wiederum das Vorliegen einer sexuellen Handlung, also eines körperlichen Kontakts zwischen Opfer und Täter, den der Täter am Opfer vornimmt oder durch das Opfer an sich vornehmen lässt.

Ausnutzung einer Amtsstellung

Opfer im Sinne dieser Vorschrift kann nur derjenige sein, gegen den ein Strafverfahren, ein Verfahren zur Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßregel, der Besserung und Sicherung oder einer behördlichen Verwahrung gerichtet ist.

Täter kann nur ein Amtsträger sein – also ein Polizeibeamter, ein JVA-Bediensteter etc. Weitere Voraussetzung ist, dass der Täter am Verfahren in nicht unerheblicher Weise mitwirken muss.

Schließlich ist erforderlich, dass der Täter die untergeordnete Stellung des Opfers und damit seine Macht ausnutzt.

Strafe

Der sexuelle Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet. Der Versuch ist strafbar.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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Inhalt

(1) Wer als Amtsträger, der zur Mitwirkung an einem Strafverfahren oder an einem Verfahren zur Anordnung einer freiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung oder einer behördlichen Verwahrung berufen ist, unter Mißbrauch der durch das Verfahren begründeten Abhängigkeit sexuelle Handlungen an demjenigen, gegen den sich das Verfahren richtet, vornimmt oder an sich von dem anderen vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

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