Tötung auf Verlangen

Inhalt

(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

(2) Der Versuch ist strafbar

Was ist „Tötung auf Verlangen“?

Im Grundsatz darf jeder über die eigenen Rechtsgüter frei verfügen. Daher kann man beispielsweise auch einer Körperverletzung durch einen anderen an sich selbst zustimmen. Dergleichen passiert etwa bei ärztlichen Eingriffen, Piercings oder beim Sport. Zwar ist in solchen Fällen der Tatbestand einer Straftat in Gestalt der Körperverletzung erfüllt, aber es liegt eine Einwilligung vor, die die Rechtswidrigkeit der Tat entfallen lässt. In anderen Fällen ist ein tatbestandsausschließendes Einverständnis denkbar.

Allerdings kennt eine Zustimmung zur Verletzung eigener Rechtsgüter auch Grenzen. So darf die Einwilligung in eine Körperverletzung nicht gegen die guten Sitten verstoßen. Die Tötung eines anderen Menschen bleibt auch einer Einwilligung zum Trotze verboten.

Daher ist auch eine Tötung auf Verlangen gem. § 216 StGB strafbar. Gleichwohl stellt die Tötung auf Verlangen gegenüber dem Totschlag eine Privilegierung dar, was der verringerte Strafrahmen verdeutlicht.

Voraussetzung für die Privilegierung ist, dass der Täter durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden ist. Das Verlangen muss über ein bloßes Einverständnis des Getöteten hinausgehen, ausdrücklich sein und auf dem freien Willen des Opfers basieren. Der Getötete muss auf den späteren Täter eingewirkt haben. Der Täter darf auch nicht von vornherein zur Tötung entschlossen gewesen sein.

Zu unterscheiden ist die Tötung auf Verlangen von einer (straflosen) Beihilfe zum Suizid.

Strafe

Die Tötung auf Verlangen wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren geahndet.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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Inhalt

(1) Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden, so ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

(2) Der Versuch ist strafbar

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