Mord

Inhalt

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

Was ist „Mord“?

Mord und Totschlag werden oftmals synonym verwendet oder gar verwechselt. Ebenso lässt sich vernehmen, es sei Mord, wenn die Tat „geplant“ ist. Zugleich hört man oftmals Mord sei, wenn die Tat „absichtlich“ begangen wurde, und Totschlag läge bei einer Tötung im Affekt vor. Allerdings sind diese Ansichten falsch!

Richtig ist, dass es sich bei Mord und Totschlag um unterschiedliche Delikte handelt. Beide Delikte setzen eine vorsätzliche Tötung voraus. Beim Mord kommen aber noch weitere Merkmale hinzu, die erfüllt sein müssen, und die die Tat besonders verwerflich machen.

In § 211 Abs. 2 StGB sind diese Mordmerkmale abschließend aufgezählt.

Danach ist ein Mörder, wer

  • aus Mordlust
  • zur Befriedigung des Geschlechtstriebs
  • aus Habgier
  • sonst aus niederen Beweggründen
  • heimtückisch
  • grausam
  • mit gemeingefährlichen Mitteln
  • um eine andere Straftat zu ermöglichen
  • um eine andere Straftat zu verdecken

einen anderen Menschen tötet.

Erfolgt der Stich mit dem Messer aus obigen Beispiel heimtückisch, dann liegt ein Mord vor. Heimtücke bedeutet das Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers. Diese liegt vor, wenn sich das Opfer keines Angriffs versieht.

Ob Mord (§ 211 StGB) ein eigener Tatbestand ist oder „nur“ eine Qualifikation des Totschlags (§ 212 StGB) darstellt, ist hochgradig umstritten und kann gerade bei Teilnahmekonstellationen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Strafe

Für einen Mord wird eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt. 

Eine Besonderheit beim Mord ist die Verjährung. Straftaten unterliegen grundsätzlich der Verjährung. Ist eine Tat verjährt, schließt dies die Ahndung der Tat aus. Irgendwann soll selbst bei Straftaten wieder Rechtsfrieden herrschen. Die Ausnahme nennt § 78 Abs. 2 StGB für den Mord:

Verbrechen nach § 211 (Mord) verjähren nicht.

Tommy Kujus
Tommy Kujus

Tommy Kujus ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht. Er ist Inhaber der Kanzlei KUJUS Strafverteidigung

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Inhalt

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.

(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

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